Ein Überblick

Piemont liegt ganz im Norden Italiens und ist die flächenmäßig größte Region. Hier leben ca. 4 Mio. Einwohner und somit ist Piemont nicht besonders stark besiedelt. Der Name Piemont ist einfach übersetzt „am Fuße der Berge“, also direkt vor den Alpen. Piemont grenzt sowohl an die Schweiz als auch an Frankreich und an drei weitere Regionen Italiens.

Die Hauptstadt des Piemont ist Turin. Turin war sogar einmal die Hauptstadt Italiens, was man noch heute zweifellos sehen kann. Prunkvolle Plätze, Paläste und Straßen durchziehen die Stadt. 1861 wurde Italien vereinigt und der König Viktor Emanuel II regierte von Turin aus. Zwar verlor Turin den Status der Hauptstadt schon bald, doch brachte die zunehmende Industrialisierung Reichtum in die Region. Es folgte die Gründung von Fiat, Lancia und Ferrero, um nur einige Firmen zu nennen.

Neben der Industrie ist Landwirtschaft in der Region Piemont mit Reis, Haselnüssen und natürlich Wein ein wichtiger Zweig.

Der Wein

Hier werden pro Jahr 2Mio. hl Wein produziert. Der Schwerpunkt des Weinbaus liegt in der Region „Langhe“ rund um den Ort Alba. Alba ist sozusagen die Hauptstadt des Weinanbaus. Piemont führt die Liste der meisten DOC Weine in Italien vor der Toskana an. Es gibt 16 DOCG Weine. Der berühmteste ist sicherlich der Barolo, der aus Nebbiolo Trauben gewonnene Edelwein, der auch noch 30 Jahre lagern darf. Allerdings ist der Barolo ein Wein für Kenner und Genießer, der nicht von jedem Einsteiger unbedingt geschätzt wird. Daneben haben Sie sicherlich bereits von Barbera, Docetto und Barbaresco gehört. Gehen Sie in dieser Zone in ein Restaurant ist die Weinkarte mehrere Kilo schwer und es dauert länger den richtigen Wein zu wählen als die Speisekarte auswendig zu lernen. Dazu gibt es sage und schreibe 42 DOC Weine.

Viele dieser Weine kenne ich nicht und habe sogar noch nie von ihnen gehört. Auf meinen Weintouren durch Piemont habe ich mich auf die großen bekannten Sorten konzentriert. Und damit hat man in der Regel bereits genug zu tun. Ich hatte damals in drei Tagen 10 Termine mit unterschiedlichen Weingütern und durfte überall die Palette an Weinen durchprobieren – kein einfaches Unterfangen. Von den DOC Weinen seien noch zwei erwähnt: ein Malvasia Weißwein, den ich nicht in Piemont verortet hätte, schon gar nicht in einer so Rotwein-dominierten Region. Und ferner den Langhe Nebbiolo. Diesen Wein, wenn er gut gemacht ist, schmeckt nicht ganz so anspruchsvoll und komplex, wie ein Barolo, obwohl aus derselben Traube gemacht und gibt dem Einsteiger einen guten ersten Eindruck in die Welt der Piemont Weine.

Die Nebbiolo Traube ist eine alte einheimische Sorte, die wahrscheinlich aus dem Aosta-Tal stammt und heute praktisch nur im Piemont  angebaut wird. Auf den kalkhaltigen und lehmigen Verwitterungsböden um die Stadt Alba bringt diese Sorte körperreiche, tanninstarke Weine mit einer unwechselbaren Charakteristik hervor. Tatsächlich können Barolo und Barbaresco  in guten Jahren über 14% Alkohol aufweisen.

Weinistgeil

Nach der oben beschriebenen Weintour haben wir drei verschiedene Barolos von kleinsten Weingütern ausgesucht. Zwei davon stellen ihren Barolo auf traditionelle Art und Weise her und haben damit seit Jahren Erfolg. Dies bedeutet, daß Sie bereits Preise und Auszeichnungen bekommen haben. Das eine Weingut treffen wir regelmäßig auf Weinmessen wie Vinitaly, Prowein oder zuletzt der Weinmesse in Meran.

 Das Piemont, wie man es kennt
Piemont und seine Nebbiolo Reben